Zusätzliche Information

Titel:
Globus Terrestris : Cum Geographica Orbis Terrarum Descriptio secundum long. et lat. non nisi vel per peregrinationes maritimas vel Observationes Coelestes emendatior in dies prodeat, istud aupem per experimenta propria (quoad exiguam saltem partem) perfecisse, è mille vix uni contingat; Oportuit nos Recentiorum accuratissimis Observationibus insistere, et quatenus cum Veritate congruant vel discrepent, exactiori Tuo judicio relinquere. Nos eadem Loca, bona fide, nihil immutantes, prout ab Authoribus novissimis accepimus, Usui Tuo exhibemus.

Personen/Institution:
Eimmart, Georg Christoph; 1638-1705 [KartografIn]

Verantwortlichkeitsangabe:
apud G. C. Eimmartum

Ort:
Norimbergae

Verlag/Druck:
Selbstverlag

Datierung:
A.o Chr. 1705

Maßstab:
circa 1 : 21 000 000

Umfang:
12 Globensegmente, 2 Polkappen

Format:
Durchmesser 30 cm

Details zu illustrierendem Inhalt:
Titelkartusche, 16 Windrosen

Details zu kartographischem Inhalt:
Mit Äquator, Wendekreisen und Ekliptik Linie

Details zu Maßstabsangaben:
errechneter Maßstab

Gitterlininen:
Längen- und Breitengrade in 5° Schritten, Loxodrome

Nullmeridian:
im pazifischen Ozean östlich der Marianen

Exemplar ÖAW Sammlung Woldan:
Mit Holzgestell (Fuß und 4 Säulen), Horizontring mit Kalender, Meridianring aus Messing, Stundenring fehlt, teiweise koloriert

Attributname Label Beschreibung
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Resumee

Dieser nicht betitelte Erdglobus von 30 cm Durchmesser (Maßstab circa 1 : 21,000.000) wurde von Georg Christoph Eimmart (1638-1705) konzipiert und 1705 herausgebracht. Er war allerdings nicht sehr erfolgreich, weshalb nur wenige Exemplare erhalten sind.

Eimmart wurde in Regensburg geboren. Sein Vater, Georg Christoph Eimmart d. Ä war Kupferstecher. Eimmart besuchte das Regensburger Gymnasium Poeticum bevor er im Jahre 1655 an die Universität Jena ging. Dort lernte er den Mathematiker Erhard Weigel (1625-1699) kennen, mit dem er eine lebenslange Freundschaft schloss. Im Jahr 1660 folgte er seiner Schwester Regina Christina (1636-1708), die den Kupferstecher Jacob von Sandart (1630-1708) geheiratet hatte, nach Nürnberg. Mit Hilfe seines Schwagers, der einen Kunstverlag betrieb, wurde er als Kartograph und Globenmacher tätig. Außerdem errichtete er im Jahr 1678 eine Sternwarte und war an der Malerakademie beteiligt, der er von 1699 bis kurz vor seinem Tod als Direktor vorstand. Diese Globuskarte, welche kurz nach seinem Tod erschien, war die einzige, die er fertigte.

Die Illustrationen auf diesem Globus beschränken sich auf die Titelkartusche und 16 Windrosen. Die Kartusche befindet sich im südlichen Pazifik und hat einen leicht verzierten Rahmen. Die Windrosen sind an den Segmentgrenzen verteilt und bieten den Ausgangspunkt für die Loxodrome, die aber nur in den Ozeanen ausgeführt sind. Nur die Grenzen der Kontinente sind koloriert, der asiatische Kontinent weist eine leicht dunklere Farbe auf.

Der Nullmeridian verläuft im Pazifischen Ozean, östlich der Ilhas de Ladrones, heute Marianen, was sehr unüblich ist. Äquator, Wendekreise und Ekliptik sowie Gitterlinien in 5° Schritten sind eingezeichnet. Der Globus ist in ein massives Holzgestell, bestehend aus einem Fuß und vier gedrechselten Säulen, eingefügt. Auf diesen Säulen liegt ein breiter Horizontring, auf den ein auf Pappe gedruckter Kalender aufgeleimt ist. Umringt wird der Globus außerdem von einem Meridianring aus Messing. Stundenring und zeiger sind leider nicht erhalten.

Das Kartenbild spiegelt größtenteils den damaligen geographischen Kenntnisstand wieder. Besonders interessant ist die im nördlichen Pazifik eingezeichnete Terra Incognita. Dieser Teil der Karte erinnert stark an die Globen des in Amsterdam tätigen Gerhard Valk (1652-1726), weshalb man davon ausgehen kann, dass einer seiner Globen Eimmart als Quelle diente. Andere Teile der Karte weisen aber Unterschiede auf, wie zum Beispiel die Küste Nordamerikas. Von Australien und Neuseeland ist jeweils nur die Westküste eingezeichnet. Auf der südlichen Polkappe ist die Terra Australis zwar aufgeschrieben, ihre Konturen sind aber hier nicht festgelegt. In Richtung Nordpol enden die eingezeichneten Grenzen ebenfalls und weichen einem weißen Fleck. Kalifornien ist hier als Insel dargestellt. Im Osten Nordamerikas sind einige große, durch Flüsse mit dem Atlantischen Ozean verbundene Seen eingezeichnet. Auch das Innere Afrikas ist größtenteils imaginiert.

Die Globensegmente sind zum Teil ungenau zusammengefügt, weshalb Teile der Karte verschwinden oder schlecht zueinander passen. Besonders deutlich sieht man dieses Problem an den Windrosen oder an der fehlenden Westküste Irlands. Diese Details finden sich aber noch auf den, z.B. in der Kartensammlung der ÖNB erhaltenen einzelnen Segmenten dieses Globus.

Edurne Kugeler

Quellen und weiterführende Literatur:

Elly DEKKER, Peter VAN DER KROGT, Globes from the Western World. London: Zwemmer 1993.

Thomas HORST, Die Globen der Sammlung Woldan. Erdkugeldarstellungen als Quelle für die Geschichtswissenschaft, in: Gerhard HOLZER, Thomas HORST, Petra SVATEK (Hg.), Die Leidenschaft des Sammelns. Streifzüge durch die Sammlung Woldan (Edition Woldan 3), Wien 2010, 233-296.

Friedrich VON HAGEN, Nürnberger Verleger kartographischer Produkte vom späten 17. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts, in: Michael DIEFENBACHER, Markus HEINZ, Ruth BACH-DAMASKINOS (Hg.), Ruth: auserlesene und allerneueste Landkarten. Der Verlag Homann in Nürnberg 1702-1848. Nürnberg: W. Tümmels 2002. S. 48-61.

Publication Datum
Lizenz
Creative Commons Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)
Typ
Raster Data
Schlüsselwörter:
18. Jahrhundert
Kategorie
Globus
Globus
Eigentümer
Einschränkungen
Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)
Zweck

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Sprache
English

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