Zusätzliche Information

Titel:
Wieder Woldan Map

Weitere Titel:
[Circular world map]

Ort:
Venetie

Verlag/Druck:
Verlag nicht ermittelbar

Datierung:
1485?

Maßstab:
Circa 1:95 000 000

Umfang:
1 Karte

Format:
Durchmesser 17,5 cm

Reproduktionsverfahren:
Kupferstich

Details zu kartographischem Inhalt:
perpektivische Gebirgsdarstellungen, "Paradisus" ganz im Osten Asiens

Sonstige Details:
Karte ist nach derzeitigem Wissensstand ein Unikat und war wohl ursprünglich in ein Buch eingebunden (Mittelfalz)

Attributname Label Beschreibung
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Resumee

Die so genannte Wieder-Woldan-Karte (Maßstab ca. 1:95,000.000) entstand um das Jahr 1485. Erscheinungsort, Erscheinungsjahr und Autor sind unbekannt. Die Karte muss auf jedem Fall vor der Entdeckungsfahrt von Vasco da Gama (ca. 1469-1524) 1497/98 hergestellt worden sein, da der Indische Ozean wie bei Claudius Ptolemäus noch als Binnenmeer eingetragen wurde und daher der Seeweg nach Indien um das Kap der Guten Hoffnung noch nicht bekannt war. Doch ist das südliche Afrika bereits sehr gut visualisiert, wodurch die Karte auf jedem Fall nach den Entdeckungsfahrten von Diogo Cão 1485 und vielleicht auch von Bartolomeu Diaz (ca. 1450-1500) 1487/88 entstanden sein muss. Die in der Literatur angeführte These, dass Venedig möglicherweise den Entstehungsort der Karte darstellt, muss eher angezweifelt werden. Denn Venetie steht hier nicht für die Stadt, sondern für das venezianische Reich, da die sonst eingetragenen Städte alle Stadtvignetten aufweisen.

Die Karte ist eine typische Weltkarte des späten 15. Jahrhunderts, da sie Charakteristika von den mittelalterlichen TO-Karten und von der Weltkarte des Ptolemäus enthält. Zudem sind bereits die portugiesischen Entdeckungsreisen entlang der afrikanischen Westküste berücksichtigt. Ptolemäische Züge weisen zum Beispiel die italienische Halbinsel, das Rote Meer und der Persische Golf auf. Die Landverbindung vom südöstlichen Afrika nach Ostasien ist ebenfalls auf Ptolemäus zurückzuführen. An die TO-Karten erinnert die Herausragende Stellung von Jerusalem in der Mitte der Karte und das im Osten eingetragene Paradies, aus dem die vier Paradiesströme Nil, Euphrat, Tigris und Ganges herausströmen. Längen- und Breitenangaben und ein Maßstab fehlen in der Karte. Am Kartenrand sind allerdings die vier Himmelsrichtungen Orients, Occidens, Septentrio und Auster zu lesen.

Namenseintragungen gibt es kaum. Sie beschränken sich vor allem auf irgendwelche Länder-, Insel- und Gebietsbezeichnungen (Gottia orientalis, Datia, Germania Magna, Sicilia, Sardinia, Italia usw.). Auch die Meere (Indicum Mare, usw.), die drei Kontinente Europa, Asia und Affrica und einige Flüsse (Danubius Fl., Nilus Fl. usw.) sind benannt worden. Vor allem bei den Flüssen sind dem Kartographen einige Fehler unterlaufen. So erscheinen Po und Rhone als zusammenhängendes Flusssystem. Die vier Ströme aus dem Paradies enthalten natürlich alle falsche Quell- und zum Teil auch Mündungsgebiete. Stadtvignetten sind lediglich fünf vorhanden: für Rom, Karthago, Alexandria, Theben und Jerusalem. Skandinavien erscheint in einer gedruckten Karte das erste Mal als Halbinsel eingetragen. Nach unserem heutigen Wissensstand ist die Wieder-Woldan-Karte ein Unikat und war wohl aufgrund der Mittelfalz in einem Buch eingebunden.

Petra Svatek

Quellen und weiterführende Literatur:

Tony CAMPBELL, The Wieder-Woldan Incunable World Map, in: Imago Mundi 42 (1990) 83.

António Henrique R. DE OLIVEIRA MARQUES, Geschichte Portugals und des portugiesischen Weltreiches, Stuttgart 2001.

Erich WOLDAN, A circular, copper-engraved, medieval world map, in: Imago Mundi 11 (1954) 13-16.

Publication Datum
Lizenz
Creative Commons Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)
Typ
Raster Data
Schlüsselwörter:
15. Jahrhundert
Kategorie
Weltkarte
Weltkarte
Eigentümer
Einschränkungen
Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)
Zweck

Wieder Woldan Map

Sprache
English

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