Zusätzliche Information

Titel:
Der Oesterreichische Kreis : nach den Messungen des Hr. P. Liesganig und anderen anderen astronomischen Beobachtungen

Weitere Titel:
Carte geographique representant le Cercle d' Autriche

Personen/Institution:
Güssefeld, Franz L.; 1744-1808 [KartografIn]

Verantwortlichkeitsangabe:
entworfen durch F. L. Güssefeld

Ort:
Nürnberg

Verlag/Druck:
bey den Homannischen Erben

Datierung:
1788

Maßstab:
Circa 1:1 300 000

Umfang:
1 Karte

Format:
43,5 x 57 cm

Reproduktionsverfahren:
Kupferstich

Details zu illustrierendem Inhalt:
Titelkartusche links oben

Details zu kartographischem Inhalt:
Geländedarstellung in Maulwurfshügelmanier

Details zu Maßstabsangaben:
Maßstab in graphischer Form, "Geographische oder deutsche Meilen", "Schwäbische Meilen" und "Italiänische Meilen"

Gitterlinien:
Längen- und Breitenangaben in 1°-Schritten

Nullmeridian:
Ferro

Druckprivileg:
"Mit R. Kayserl. allergn. Freyheit."

Sonstige Details:
Exemplar ÖAW-Sammlung Woldan flächen- und grenzkoloriert

Attributname Label Beschreibung
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Resumee

Die Kupferstichkarte Der Oesterreichische Kreis (Maßstab: 1:1,300.000) wurde von Franz Güssefeld (1744-1808) entworfen und 1788 im Nürnberger Verlag Homännische Erben herausgegeben. Güssefeld zählte ab 1780 zu den bedeutendsten Kartographen des Verlages. In den folgenden Jahren entwarf er 85% der neu erschienenen Karten, die qualitativ zu den besten ihrer Zeit zählten. Unter ihm erlebte der Verlag Homännische Erben seine letzte große Blüte. Der Verlag wurde 1702 von Johann Baptist Homann gegründet und nach dessen Tod 1724 von den Homännischen Erben übernommen.

Die Karte reicht vom Elsass im Westen bis ins westliche Ungarn im Osten und vom südlichen Böhmen im Norden bis nach Istrien und zum Po-Fluss im Süden. Oberhalb des Kartenbildes enthält sie den französischen Zusatztitel Carte geographique representant le Cercle d’ Autriche. Im deutschen Untertitel wird auf die Messungen von Pater Joseph Liesganig und anderen astronomischen Beobachtungen hingewiesen, die Güssefeld für die Erstellung der Karte herangezogen hatte. Damit beruht sie auf die damals aktuellsten astronomischen und mathematischen Daten. Joseph Liesganig (1719-1799) war Präfekt der Wiener Jesuitensternwarte und führte zwischen 1762 und 1769 Gradmessungen in der Habsburgermonarchie durch. Für Güssefeld dürften vor allem seine Triangulierungen zwischen Sobešice und Varaždin von Interesse gewesen sein, die Liesganig im Auftrag von Maria Theresia durchführte.

Im linken oberen Eck der Karte befinden sich neben der Titelkartusche mit dem Druckprivileg (Mit R. Kayserl. allergn. Freyheit.) der Zeichenschlüssel (mit Signaturen für Städte, kleine Städte, Dörfer, Klöster, Schlösser, befestigte Schlösser und geringe Oerter Flecken und Märckte) und drei verschiedene Maßstabsangaben in graphischer Form (Geographische oder deutsche Meilen, Schwäbische Meilen und Italiänische Meilen). Längen- und Breitenangaben sind in 1°-Schritten am Kartenrand eingetragen worden. In der Karte erscheint ein Gradnetz. Die Geländedarstellung erfolgte in Maulwurfshügelmanier. Bergnamen kommen selten vor (Bsp. Brenner Berg, Arlsberg usw.). Der Schriftzug Alpen ist im Bereich der italienisch-schweizerischen Grenze zu lesen. Im Kleinwalsertal erscheint die Bezeichnung Auf den Alpen. Zudem findet der Kartenbetrachter Landschaftsbezeichnungen (Wiener Wald) und Namen von Tälern (Puster Thal, Vinstgau Thal usw.). Die größeren Seen wurden von Güssefeld nahezu lückenlos wiedergegeben. Auch die Quellen von Flüssen visualisierte er häufig als Seen, was bezüglich der eingetragenen Größe nicht immer der Realität entspricht. Viele wurden eindeutig überzeichnet. Das Exemplar der Sammlung Woldan ist grenz- und flächenkoloriert. Die Herzogtümer Steiermark, Kärnten und Krain erscheinen in verschiedenen Grüntönen, während Tirol zum Beispiel in gelber Farbe wiedergegeben wurde.

Petra Svatek

Quellen und weiterführende Literatur:

Johannes DÖRFLINGER, Vom Aufstieg der Militärkartographie bis zum Wiener Kongress (1684 bis 1815), in: Ingrid KRETSCHMER, Johannes DÖRFLINGER, Franz WAWRIK, Österreichische Kartographie. Von den Anfängen im 15. Jahrhundert bis zum 21. Jahrhundert (Wiener Schriften zur Geographie und Kartographie 15), Wien 2004, 75-167.

Markus HEINZ, Die Geschichte des Homännischen Verlages, in: Michael DIEFENBACHER, Markus HEINZ, Ruth BACH-DAMASKINOS (Hg.), auserlesene und allerneueste Landkarten: der Verlag Homann in Nürnberg 1702-1848. Eine Ausstellung des Stadtarchivs Nürnberg und der Museen der Stadt Nürnberg mit Unterstützung der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz im Stadtmuseum Fembohaus vom 19. September bis 24. November 2002, Nürnberg 2002, 34-47.

Traudl SEIFERT, Güssefeld Franz, in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), 289 (Online-Version: https://www.deutsche-biographie.de/gnd12196695X.htmlndbcontent, letzter Zugriff: 16.06.2017).

Publication Datum
Lizenz
Creative Commons Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)
Typ
Raster Data
Schlüsselwörter:
18. Jahrhundert , Europa , Übersichtskarte
Kategorie
Regionalkarte
Regionalkarte
Eigentümer
Einschränkungen
Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)
Zweck

Der Oesterreichische Kreis : nach den Messungen des Hr. P. Liesganig und anderen anderen astronomischen Beobachtungen

Sprache
English

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