Zusätzliche Information

Titel:
L'Amerique : Suivant les dernieres Relations, avec les Routes que l'on tient pour Les Indes Occidentales

Personen/Institution:
Duval, Pierre; 1619-1683 [KartografIn]

Verantwortlichkeitsangabe:
par P. Du-val Geographe Ordinaire du Roy

Ort:
Paris

Verlag/Druck:
Chez M. Du Val, Fille de l'Auteur

Datierung:
1679

Maßstab:
Circa 1:25 000 000

Umfang:
1 Karte in 4 Teilen

Format:
80 x 86 cm

Reproduktionsverfahren:
Kupferstich

Details zu illustrierendem Inhalt:
Titelkartusche links oben auf Blatt 2 ; Schiffsdarstellungen

Details zu kartographischem Inhalt:
Bergdarstellung in Maulwurfshügelmanier

Ergänzender Inhalt:
mit den bevorzugten Schiffsrouten der Europäer

Gitterlinien:
Längen- und Breitenangaben in 5°-Schritten

Nullmeridian:
Ferro

Projektion:
Merkatorprojektion

Druckprivileg:
"Avec privilege de Sa Majeste pour Vingt ans"

Blätter

Attributname Label Beschreibung
BLUE_BAND
GREEN_BAND
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Resumee



Die Erdteilkarte „L’Amerique“ wurde 1679 das erste Mal von Pierre DuVal veröffentlicht. Sie entstand damit in der Blütezeit der französischen Kartographie und steht ganz in der Tradition von Nicolas Sanson, dem „Vater der französischen Kartographie“. Die Karte weist die typischen Merkmale auf, die die französische Schule so berühmt machten und denen der Titel Geographe Ordinaire du Roy (Königlicher Kartograph), den Sanson wie auch DuVal führten, unter anderem auch geschuldet ist: Mit Übersichtlichkeit und leichter Handhabbarkeit als Leitkategorien zeigt die Karte in relativ kleinem Maßstab den amerikanischen Kontinent auf vier Blättern. Der Nullmeridian liegt entsprechend der damaligen französischen Norm bei der Île de Fer. Durch Mercatorprojektion, Siedlungssignatur, verzeichnete Untiefen, Ankerplätze und wichtige Seerouten ist die Karte sehr nützlich für die Planung von Expeditionen und den Überseehandel. Trotzdem sind die wenigen Dekorationen, die zum Beispiel den Titel schmücken, aufwendig gestaltet. Aus heutiger Sicht ungewohnt sind geographische Mythen wie das zwischen Asien und Amerika verortete Terre de Iesso al Eso, das bei DuVal jedoch schon etwas vage eingezeichnet ist. Auch Kalifornien ist noch als Insel dargestellt, obwohl es schon ein Jahrhundert zuvor als Halbinsel erkannt wurde. Gebirgszüge, als Maulwurfshügel dargestellt, sind vorrangig dort zu finden, wo Abgrenzungen für verschiedene Gebiete benötigt wurden. Auch die großzügig markierten französischen Ansprüche in Übersee fallen ins Auge, besonders da das Handkolorit sie zusätzlich hervorhebt. Diese geographischen Ungenauigkeiten taten dem Nutzen der Karte allerdings keinen Abbruch, der in erster Linie in der Aufbereitung der Informationen, nicht den Informationen selbst lag.

Bösch Charlotte, Dockner Matthias, Hoislbauer Sandra und Strasser Martina im Rahmen des Projektkurses (Marianne Klemun, Christine Ottner-Diesenberger, 2015W): Neuzeit / Österreichische Geschichte / Wissenschaftsgeschichte / Globalgeschichte - Kolonialismus- und Objektgeschichten.

Quellen und weiterführende Literatur:

James R. AKERMAN, Two by two. Twenty-two pairs of maps from the Newberry Library illustrating 500 years of Western cartographic history ; an interpretive guide to the exhibition mounted at the Newberry Library to accompany the XVth International Conference on the History of Cartography, june 1993; Chicago, Ill., Newberry Library; 1993.

James R. AKERMAN, The structuring of political territory in early printed atlases, in: Imago Mundi 1 (1995) 138–154; doi: 10.1080/03085699508592817.

Leo BAGROW, Die Geschichte der Kartographie, Berlin, Safari-Verl.; 1951.

David BUISSERET, Mapping the French empire in North America. An interpretive guide to the exhibition mounted at the Newberry Library on the occasion of the seventh annual conference of the French Colonial Historical Society, la Société d'Histoire Colonial Française, Chicago Ill., Newberry Library, 1991.

Paul E. COHEN, Mapping the West. America's westward movement 1524 - 1890, New York NY, Rizzoli, 2002, 1. publ.

Josef W. KONVITZ, Cartography in France 1660 - 1848. Science, engineering, and statecraft, Chicago, Ill., Univ. of Chicago Press, 1987.

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Mary Sponberg PEDLEY, The map trade in Paris, 1650–1825, in: Imago Mundi 1 (1981) 33–45, doi: 10.1080/03085698108592513.

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Erwin RAISZ, Time charts of historical cartography, in: Imago Mundi 1 (1937) 9–16, doi: 10.1080/03085693708591829.

Traudl SEIFERT, Die Karte als Kunstwerk. Dekorative Landkarten aus Mittelalter und Neuzeit, Ausstellung September - November 1979, (Ausstellungskataloge / Bayerische Staatsbibliothek, 19), Unterschneidheim, Uhl, 1979.

Publication Datum
Lizenz
Creative Commons Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)
Typ
Raster Data
Schlüsselwörter:
17. Jahrhundert , Schifffahrtskarte
Kategorie
Sammelwerk
Sammelwerk
Eigentümer
Einschränkungen
Creative Commons Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)
Zweck

L'Amerique : Suivant les dernieres Relations, avec les Routes que l'on tient pour Les Indes Occidentales

Sprache
English

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