Zusätzliche Information

Titel:
Weltkarte

Personen/Institution:
Ritter, Franz; 1579-1641 [KartografIn
StecherIn]

Verantwortlichkeitsangabe:
Franciscus Ritter fac

Ort:
Nürnberg

Verlag/Druck:
Fürst, Paul?

Datierung:
1640

Maßstab:
Maßstab variiert

Umfang:
1 Karte

Format:
26 x 33 cm

Reproduktionsverfahren:
Kupferstich

Details zu illustrierendem Inhalt:
Windrose

Gitterlinien:
Längen- und Breitenangaben in 5°-Schritten

Nullmeridian:
"Primus Meridianus per Ins Fortunates" (Kanarische Inseln)

Projektion:
gnomisch projizierte Weltkarte mit Nordpol als Projektionszentrum

Attributname Label Beschreibung
BLUE_BAND
GREEN_BAND
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Resumee

Die Weltkarte (1640) ohne Titel stammt von Franz Ritter (1579-1641), der in Nürnberg geboren wurde, Theologie studierte und in verschiedenen Gemeinden als Pfarrer tätig war. Er war zudem mathematisch und astronomisch sehr gebildet und publizierte Bücher über diverse Messinstrumente, die Abhandlung Speculum Solis, Das ist, Sonnenspiegel. Beschreibung vnnd vnterricht (Nürnberg 1607 etc.) und einige Kalender.

Die Karte wurde seinem Buch Speculum solis, das mehrere Auflagen erlebte, beigegeben. Sie ist eine gnomisch projizierte Weltkarte mit dem Nordpol als Projektionszentrum. Der Maßstab variiert innerhalb des Kartenbildes stark. Die Längen- und Breitenangaben sind am Kartenrand in 5°-Schritten eingetragen. Das eigentliche Kartenbild wurde mit Gitterlinien versehen. Der Nullmeridian verläuft durch die Kanarischen Inseln (Primus Meridianus per Ins Fortunates). Im südlichen Atlantik kann der Kartenbetrachter eine Windrose mit 16 Segmenten sehen, die zusätzlich die Namen der Winde enthält. So findet man den Levante für den Osten, den Poniente (Ponente) für den Westen, den Tramontana für den Norden, den Scirocco (Siroco) für den Südosten usw. Die Namen der Himmelsrichtungen Meridies, Septentrio, Occidens und Oriens sind am Kartenrand eingetragen, allerdings wie die Winde in falscher Anordnung.

Aufgrund der Kartenprojektion ergeben sich in der Karten zum Teil beträchtliche Verzerrungen. Während die Region um den Nordpol, Europa, Nordafrika und die Arabische Halbinsel einigermaßen wirklichkeitsgetreu wiedergegeben wurden, nehmen nach Westen, Süden und Osten die Verzerrungen immer mehr zu. Daher erscheinen das mittlere und südliche Afrika viel zu langgestreckt und zu schmal. Das gleiche gilt für Madagaskar und für den indischen Subkontinent. Die Berge sind als Maulwurfshügel wiedergegeben. Einige wenige sind auch benannt worden, wie zum Beispiel die Appalachen (Apalchen) und die Anden (M Andes). Auch Länderbezeichnungen sind vorhanden (Brasilia, Guiana, Hispania, Russia, Persia usw.). Städte kommen kaum in der Karte vor. Die Flüsse trug Ritter ausgesprochen schematisch ein. Selbst die Donau erscheint fälschlicherweise in einer Nord-Süd-Laufrichtung. In Südamerika wurden Fabelwesen und monströse Menschen dargestellt (Bsp. Mensch ohne Kopf, hundeähnliches Tier mit Hasenohren usw.). Zudem lebt hier auch ein Löwe. In den Weltmeeren tummeln sich Seeungeheuer.

Petra Svatek

Quellen und weiterführende Literatur:

Kurt PILZ, 600 Jahre Astronomie in Nürnberg. Nürnberg 1977.

http://www.astronomie-nuernberg.de/index.php?category=personen&page=ritter-franz, letzter Zugriff: 22.06.2017

Publication Datum
Lizenz
Creative Commons Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)
Typ
Raster Data
Schlüsselwörter:
17. Jahrhundert
Kategorie
Weltkarte
Weltkarte
Eigentümer
Einschränkungen
Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)
Zweck

Weltkarte

Sprache
English

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