Identification

Titel
STREIT Deutschland 103 1807
Resumee

Die Topographisch-militairische Charte von Teutschland wurde von 1807 bis 1813 durch Friedrich Wilhelm Streit (1772-1839) im Geographischen Institut in Weimar herausgegeben. Die Gründung dieses Instituts erfolgte im Jahr 1804 durch den deutschen Mäzen und Verleger Friedrich Justin Bertuch (1747-1822), der es aus dem Landes-Industrie-Comptoirs ausgliederte. In den folgenden Jahren spezialisierte man sich vor allem auf die Veröffentlichung von Karten, Globen und geographischen Fachzeitschriften. Streit wurde in Wien geboren und stand der Kartenabteilung des Geographischen Instituts von 1807 an vor, ehe er 1814 von Carl Ferdinand Weiland abgelöst wurde. Er war zudem in der Preußischen Armee tätig. Gewidmet wurde die Karte Großherzog Karl August von Sachsen-Weimar-Eisenach (1757-1828): S.nr Hochfürstl. Durchlaucht dem souverainen Herzog Karl August zu Sachsen-Weimar und Eisenach unterthänigst gewiedmet von dem Geographischen Institute zu Weimar. Karl August hatte einen großen Anteil daran, dass unter seiner Regierungszeit die Literatur in Weimar einen großen Aufschwung erfuhr. Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) zählte zu seinen besten Freunden.

Die ausgesprochen detailreiche Karte besteht aus 204 Blättern in Kegelprojektion, die jeweils ein einheitliches Format von ca. 40 cm Breite und ca. 29 cm Höhe aufweisen. Der Maßstab kann mit ca. 1:180.000 angegeben werden und erscheint in graphischer Form in zwey deutschen geogr. Meilen (Blatt 10). Jedes Blatt besitzt ein eigenes alphanumerisches Suchgitter (mit Nummern 1 bis 4 und Buchstaben A bis F) und ist mit einer Blattnummer versehen. Die geographischen Längen und Breiten sind nicht eingetragen. Die Karte sollte sowohl für Reisende als auch für Wissenschaftler und Militärs von Nutzen sein. Sie erstreckt sich von der Ostseeküste im Norden bis zur Adria im Süden und von der deutsch-französischen Grenze im Westen bis ins westliche Polen und Ungarn im Osten. Der nördliche Teil der Insel Rügen befindet sich auf Blatt Nummer 1. Das Blatt mit der Nummer 4 enthält die Insel Helgoland und drei Ansichten der Insel. Auch eine Windrose ist auf diesem Blatt visualisiert. Hamburg ist beispielsweise auf Blatt 17, Berlin auf Blatt 50, Düsseldorf auf Blatt 64, Leipzig auf Blatt 70, Dresden auf Blatt 84, Frankfurt am Main auf Blatt 106, Prag auf Blatt 112, Heidelberg auf Blatt 118, Würzburg auf Blatt 119, Ingolstadt auf Blatt 145, Passau auf Blatt 147, München auf Blatt 156, Linz auf Blatt 159, Wien auf Blatt 161, Innsbruck auf Blatt 175 und Trient auf Blatt 196 verortet.

Das Flussnetz und auch die Seen sind wirklichkeitsgetreu eingetragen. Die Kartenbetrachter können zum Beispiel auf Blatt 29 den Müritz See, auf Blatt 165 den Boden See, auf Blatt 168 den Chiem See und auf Blatt 169 die Salzkammergutseen sehen. In den Flussmündungen und entlang der Küsten erscheinen immer wieder Punkte, die Untiefen wiedergeben (Bsp. Wesermündung auf Blatt 15). Auch die Augebiete von Flüssen mit den vielen Flussarmen sind durch eine Flächensignatur hervorragend dargestellt. Besonders schöne Beispiele sieht man bei Stettin (Blatt 31), entlang der Isar (Bsp. Blatt 146) und entlang der Donau (Bsp. Blatt 144, Blatt 159). Moore (Bsp. Das große Torf Moor nahe Osnabrück auf Blatt 45, Euter Moor bei Bremen auf Blatt 26) und Heiden (Bsp. Trebnitzer Heyde auf Blatt 75, Cotbuser Heide auf Blatt 61) sind ebenfalls in Form einer Flächensignatur extra ausgewiesen. Doch auch über die damalige Ausdehnung und Lage der Wälder können realitätsnahe Informationen herausgelesen werden. Die Karte enthält zudem viele Waldnamen (Der Sachsen Wald nahe Hamburg auf Blatt 17, Spandausche Forst auf Blatt 50, der Laurenzer Wald bei Nürnberg auf Blatt 121, Kempter Wald nahe Kempten auf Blatt 166 usw.). Windmühlen sind beispielsweise auf Blatt 47 nahe Hildesheim und auf Blatt 58 nahe Magdeburg dargestellt. Die Geländewiedergabe erfolgte in Raupenmanier. Einzelne Berge sind benannt worden (Brocken B. auf Blatt 57 nahe Golsar, Radstadter Tauern nahe Radstadt auf Blatt 177). Die Gletscher stellte Streit horizontal schraffiert dar (Erklärung auf Blatt 182!). So sieht man zum Beispiel diese Signatur im Bereich des Hintertuxer Gletschers, der mit dem Namen Alpeiner Ferner versehen wurde (Blatt 175). Zudem sind manche Aussichtswarten (Bsp. Konigswart bei Eger auf Blatt 110) und die wichtigsten Straßen visualisiert. Alleen sind in Form von baumbestandenen Straßen wiedergegeben (Bsp. auf Blatt 50 zwischen Berlin und Potsdam). Auch Zitadellen haben eine eigene Signatur erhalten (Bsp. Zitadelle Spandau auf Blatt 50). Das Kartenwerk enthält auch ein Übersichtsblatt.

Petra Svatek

Quellen und weiterführende Literatur:

Andreas CHRISTOPH, Olaf BREIDBACH, Die Welt aus Weimar. Zur Geschichte des Geographischen Instituts. Katalog zur Ausstellung Stadtmuseum Weimar 29. Juli 16. Oktober 2011, Gera 2011.

Andreas CHRISTOPH, Geographica und Cartographica aus dem Hause Bertuch. Zur Ökonomisierung des Naturwissens um 1800, Laboratorium Aufklärung 16, München 2012.

Andreas CHRISTOPH, Die Topographisch-militairische Charte von Teutschland (1807-1812/15) und ihr Bezug zur Schweiz, in: Cartographica Helvetica 50 (2014), 31-40.

Volker EBERSBACH, Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach. Goethes Herzog und Freund, Köln-Weimar-Wien 1998.

Katharina MIDDELL, Dann wird es wiederum ein Popanz für Otto…: das Weimarer Landes-Industrie-Comptoir als Familienbetrieb (1800-1830), Leipzig 2006.

Valerie SCOTT, Tooley's Dictionary of Mapmakers. Revised Edition Q-Z, Tring 2004.

Publication Datum
1. Januar 1810 00:00
Typ
Raster Data
Schlüsselwörter:
19. Jahrhundert Administrative Karte Europa Militärkarte Topographische Karte
Kategorie
Regionalkarte
Regionalkarte
Publiziert
Ja
Vorgestellt
Keine
Eigentümer

Name
SammlungWoldan
E-Mail
SammlungWoldan@oeaw.ac.at
Position
Organisation
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Lage
Dr. Ignaz Seipel-Platz 2 1010 Wien Wien AUT
Voicemail
Fax
Information

Identification Image
Räumliche Auflösung
---
Projetion System
EPSG:4326
Extension x0
18,5865002189
Extension x1
19,9222847151
Extension y0
50,1206398791
Extension y1
50,7188297279
Features

Einschränkungen
Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)
Zweck

Theil von Schlesien

Sprache
English
Zusätzliche Information

Gesamttitel:
Topographisch-militairische Charte von Teutschland

Titel:
Theil von Schlesien

Weitere Titel:
Partie de la Silesie

Ort:
Weimar

Verlag/Druck:
Verlage des Geographischen Instituts

Datierung:
1810?

Maßstab:
Circa 1:180 000

Format:
29 x 39 cm

Contact Points

Name
SammlungWoldan
E-Mail
SammlungWoldan@oeaw.ac.at
Position
Organisation
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Lage
Dr. Ignaz Seipel-Platz 2 1010 Wien Wien AUT
Voicemail
Fax

Referenzen

Link Online
/layers/geonode:ac11665599_streit_deutschland_103_1807
Metadata Page
/layers/geonode:ac11665599_streit_deutschland_103_1807/metadata_detail
Original

JPEG Standard
ac11665599_streit_deutschland_103_1807.jpg
JPEG Large
ac11665599_streit_deutschland_103_1807.jpg
GeoTIFF
ac11665599_streit_deutschland_103_1807.tif
Transformiert

Tiles
STREIT Deutschland 103 1807.tiles
Legend
STREIT Deutschland 103 1807.png
Thumbnail
STREIT Deutschland 103 1807.png
View in Google Earth
STREIT Deutschland 103 1807.kml
KML
STREIT Deutschland 103 1807.kml
GeoTIFF
STREIT Deutschland 103 1807.geotiff
GZIP
STREIT Deutschland 103 1807.x-gzip
PNG
STREIT Deutschland 103 1807.png
PDF
STREIT Deutschland 103 1807.pdf
JPEG
STREIT Deutschland 103 1807.jpg

OGC WCS: geonode Service
Geoservice OGC:WCS
OGC WMS: geonode Service
Geoservice OGC:WMS
Metadata Autor

Name
SammlungWoldan
E-Mail
SammlungWoldan@oeaw.ac.at
Position
Organisation
Österreichische Akademie der Wissenschaften
Lage
Dr. Ignaz Seipel-Platz 2 1010 Wien Wien AUT
Voicemail
Fax