Zusätzliche Information

Titel:
Scenographie oder Geometisch-Perspect. Abbildung der Kays Königl. Haupt und Residenz Stadt Wienn in Oesterreich auf allerhöchsten Befehl aufgenommen und gezeichnet vom Jahr 1769 May Monats bis letzten October 1772

Personen/Institution:
Huber, Josef Daniel von; 1730-1788 [KartografIn]
Weingand, Johann Georg; [VerlegerIn]
Ebersbach, Johann Matthias; [StecherIn]
Kurtz, C. G.; [StecherIn]
Adam, Jakob; 1748-1811 [StecherIn]
Wagner, Jakob; 1733-1775 [StecherIn]

Verantwortlichkeitsangabe:
Josep Daniel v. Huber ; Radirt v. J. Wagner. J. Eberspach. C.G. Kurtz Verfertigt v. J. Adam

Ort:
Wien

Verlag/Druck:
Johann Georg Weingand

Datierung:
1778

Maßstab:
Circa 1:1 440

Umfang:
1 Karte auf 24 Blättern

Format:
370 x 440 cm, Blätter 93 x 73 cm

Reproduktionsverfahren:
Kupferstich

Ergänzender Inhalt:
Mit Konskriptionsnummern der ersten offiziellen Häusernummerierung in Wien; Rechts unten "verjüngte" Darstellung der Blattanordnung (Skelett)

Ausrichtung:
Westsüdwest

Details zu kartographischem Inhalt:
Ansicht in Vogelschau in ortogonaler Projektion

Details zu illustrierendem Inhalt:
Titelkartusche rechts oben, Kartusche mit Kompass links unten und Maßstabskartusche mit Synopsis und Blattübersicht rechts unten

Attributname Label Beschreibung
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Resumee

Die „Scenographie oder Geometisch-Perspect. Abbildung der Kays Königl. Haupt und Residenz Stadt Wienn in Oesterreich auf allerhöchsten Befehl aufgenommen und gezeichnet vom Jahr 1769 May Monats bis letzten October 1772“ (Maßstab 1:1.430) wurde von Joseph Daniel von Huber (1730-1788) in Wien angefertigt. Huber absolviert die Militäringenieurakademie und war unter anderem im Offiziercorps des Generalquartiermeisterstabes tätig. Nachdem er 1765 einen Vogelschauplan von Prag in Orthogonalprojektion angefertigt hatte, erhielt er von Maria Theresia den Auftrag, einen Plan in dieser Art auch von Wien und allen Vorstädten zu entwerfen. Anlass dazu war auch die erste Häusernummerierung Wiens aus dem Jahre 1770. Die Aufnahmen im Gelände dauerten von 1769 bis 1773. Der Kupferstich der 24 Blätter konnte schließlich 1778 vollendet werden, nachdem Huber zustimmte, in der Druckversion die Befestigungsanlagen der Stadt nicht realitätsgetreu abzubilden. Gegenüber der Manuskriptausgabe, die sich heute in der Graphischen Sammlung der Albertina befinden, erscheinen daher die Befestigungen viel imposanter.

Die Karte beinhaltet das damalige Wien und die Vorstädte vom Augarten im Norden bis nach Matzleinsdorf im Süden und von Sankt Marx im Osten bis nach Gumpendorf im Westen. Geographische Längen- und Breitenangaben sind weder am Kartenrand noch innerhalb der Karte ausgewiesen. Unten links ist ein Kompass zu sehen, der Auskunft über die geographische Orientierung der Karte gibt. Sie ist nach Westsüdwest ausgerichtet. Der Maßstab wurde rechts unten in Pariser und Wiener Klafter, in geometrischen Schritten sowie in Londoner und Reinländische Schuh angegeben.

Ausgedehnte Felder sieht man zum Beispiel bei Gumpendorf, Lerchenfeld, im Bereich der Leopoldstadt und in Favoriten. Der Augarten im Norden hebt sich mit seinen ausgedehnten Grünanlagen deutlich vom übrigen Stadtgebiet ab. Aber auch kleinere Parks und Gärten sind von Huber wirklichkeitsgetreu und mit viel Liebe zum Detail visualisiert worden, wie zum Beispiel jene im heutigen vierten Bezirk Wieden. Auch Ziehbrunnen und Ziegelwerke sind erkennbar. Gegenüber der Manuskriptausgabe berücksichtigte Huber Neu- und Umbauten, wie zum Beispiel beim Augarten.

Petra Svatek

Quellen und weiterführende Literatur:

Sándor BÉKÉSI, Elke DOPPLER, Wien von oben: die Stadt auf einen Blick, Wien 2017.

Michael BUCHMANN, Dynamik des Städtebaus, in: Peter CSENDES, Ferdinand OPLL (Hg.), Wien. Geschichte einer Stadt. Band 3: Von 1790 bis zur Gegenwart, Wien 2006, 47-84.

Johannes DÖRFLINGER, Vom Aufstieg der Militärkartographie bis zum Wiener Kongress (1684 bis 1815), in: Ingrid KRETSCHMER, Johannes DÖRFLINGER, Franz WAWRIK, Österreichische Kartographie. Von den Anfängen im 15. Jahrhundert bis zum 21. Jahrhundert (Wiener Schriften zur Geographie und Kartographie 15), Wien 2004, 75-167.

Jan MOKRE, Joseph Daniel von Huber, Leben und Werke des letzten Vertreters spätbarocker orthogonaler Stadtdarstellung in Österreich, Klosterneuburg 1990.

Jan MOKRE, Spionage und Kartenverfälschung: Aspekte des Verhältnisses zwischen Militär und Kartographie zur Zeit Maria Theresias, in: Wolfgang KAINZ, Aspekte der Kartographie im Wandel der Zeit, Wiener Schriften zur Geographie und Kartographie 16, Wien 2004, 86-92.

Markus HEINZ, Jan MOKRE, Über Joseph Daniel von Huber (1730/31-1788) und seinen Vogelschauplan von Wien, in: Jahrbuch des Vereins für Geschichte der Stadt Wien 47/48 (1992), 93-122.

Publication Datum
Lizenz
Creative Commons Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)
Typ
Raster Data
Schlüsselwörter:
18.Jahrhundert , Vogelschaukarte
Kategorie
Stadtplan
Stadtplan
Eigentümer
Einschränkungen
Creative Commons Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)
Zweck

Scenographie oder Geometisch-Perspect. Abbildung der Kays Königl. Haupt und Residenz Stadt Wienn in Oesterreich auf allerhöchsten Befehl aufgenommen und g...

Sprache
English

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