Zusätzliche Information

Titel:
Post Karte der Oesterreichischen Monarchie : Nach der grossen, Seiner Kais. Kön. Apost. Majestät dem Kaiser Franz dem Ersten von den Verlegern unterthänigst zugeeigneten Karte der Oesterreichischen Monarchie in 4 Blättern

Personen/Institution:
Fried, Franz; ca. 1790 - nach 1866 [KartografIn]
List, Joseph; [StecherIn]

Verantwortlichkeitsangabe:
Bearbeitet von Franz Fried. Wien bei Artaria & Comp. Eigenthum der Verleger. Gestochen v. Joseph List

Ausgabe:
mit neuen Berichtigungen vom Jahre 1859

Ort:
Wien

Verlag/Druck:
Artaria & Comp.

Datierung:
1859

Maßstab:
circa 1:1 950 000

Format:
49 x 72 cm

Details zu kartographischem Inhalt:
Gebirgsdarstellung in Schraffenform, Zeichenschlüssel rechts unten

Ergänzender Inhalt:
Tabele "Frühere politische Eintheilung der Oesterreichischen Monarchie" links unten

Gitterlinien:
Geographische Koordinaten im Kartenrand in 1° Schritten

Nullmeridian:
Ferro ?

Projektion:
Kegelprojektion

Sonstige Details:
Exemplar ÖAW-Sammlung Woldan grenzkoloriert, auf Leinen aufgezogen und gefaltet

Attributname Label Beschreibung
BLUE_BAND
GREEN_BAND
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Resumee

Die Post Karte der Oesterreichischen Monarchie (Maßstab: ca. 1:1,950.000; Kegelprojektion) stammt von dem Wiener Kartographen Franz Fried (ca. 1790-ca. 1866). Fried arbeitete zu Beginn seiner Karriere beim Kunst- und Industrie-Comptoir und wechselte anschließend zum 1770 gegründeten Verlag Artaria, wo er vor allem in den 1820er und 1830er Jahren ausgesprochen produktiv war. Die hier vorgestellte Karte erschien bei Artaria im Jahr 1859 (Stecher: Joseph List). Das Exemplar der Sammlung Woldan ist grenzkoloriert, auf Leinen aufgezogen und gefaltet.

Die Karte reicht von Dresden im Norden bis nach Orvieto im Süden und von Luzern im Westen bis ins östliche Siebenbürgen im Osten. Die Längen- und Breitenangaben wurden in 1°-Schritten am Kartenrand durch Zahlen und innerhalb der Karte als Gitterlinien eingetragen. Als Nullmeridian scheint Fried wahrscheinlich die Kanareninsel Ferro gewählt zu haben. Der Maßstab kann im rechten oberen Eck der Karte gesehen werden und ist in Geographische Meilen, Oesterreichische Post-Meilen und Italienische Meilen wiedergegeben. Links unten befindet sich eine umfangreiche Tabelle, welche die Frühere politische Eintheilung der Oesterreichischen Monarchie zeigt. Die Tabelle listet die einzelnen Königreiche und ihre jeweiligen territorialen Untergliederungen auf. Als Zusatz fügte Fried hinzu, dass die neuere Politische Eintheilung in Kronländern durch die Farben ersichtlich ist. Den Zeichenschlüssel visualisierte Fried im linken unteren Eck der Karte. Dieser enthält neben den Zeichen der unterschiedlichen Siedlungstypen unter anderem Signaturen für Bäder, Gesundbrunnen und Poststationen. Eisenbahnen und Grenzen wurden durch Liniensignaturen wiedergegeben.

Die Bedeutung der Karte liegt in der Wiedergabe des gesamten damaligen Postrouten- und Eisenbahnnetzes. Postroutenkarten wurden in Österreich ab den 1780er Jahren infolge des Ausbaues des Postliniennetzes veröffentlicht. Nachdem ab den 1840er Jahren die Eisenbahnen schön langsam die Postkutschen ablösten entstanden bis zum Beginn der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts vielfach kombinierte Post- und Eisenbahnkarten. Die ersten Karten mit dem gesamten Eisenbahnnetz der Habsburgermonarchie gab es ab der Mitte der 1850er Jahre. Fried unterschied in seiner Karte zwischen fertiggestellten und in Bau befindlichen Eisenbahnen. So waren damals zum Beispiel bereits die Strecken von Wien bis nach Linz und über den Semmering befahrbar. Jene Strecke zwischen Linz und Salzburg wurde erst 1860 eröffnet und daher in Frieds Karte noch als im Bau befindlich gekennzeichnet. Zwischen den einzelnen Poststationen sind diverse Striche zu sehen, die eine Verrechnungseinheit symbolisieren. Sie zeigen die Anzahl der Posten, wobei eine Post in der Regel ungefähr zwei österreichische Postmeilen (ca. 15 km) bedeutete.

Petra Svatek

Quellen und weiterführende Literatur:

Johannes DÖRFLINGER, Vom Aufstieg der Militärkartographie bis zum Wiener Kongress (1684 bis 1815), in: Ingrid KRETSCHMER, Johannes DÖRFLINGER, Franz WAWRIK, Österreichische Kartographie. Von den Anfängen im 15. Jahrhundert bis zum 21. Jahrhundert (Wiener Schriften zur Geographie und Kartographie 15), Wien 2004, 75-167.

Bettina KRENN, Eisenbahnkarten der Österreichisch-ungarischen Monarchie vom Beginn des Eisenbahnwesens bis zur Jahrhundertwende, ungedr. Univ.-Dipl. Wien 1998.

Ingrid KRETSCHMER, Von der Zweiten Landesaufnahme (1806) bis zur Gegenwart (2004), in: Ingrid KRETSCHMER, Johannes DÖRFLINGER, Franz WAWRIK, Österreichische Kartographie. Von den Anfängen im 15. Jahrhundert bis zum 21. Jahrhundert (Wiener Schriften zur Geographie und Kartographie 15), Wien 2004, 169-289.

Publication Datum
Lizenz
Creative Commons Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)
Typ
Raster Data
Schlüsselwörter:
19. Jahrhundert , Administrative Karte
Kategorie
Regionalkarte
Regionalkarte
Eigentümer
Einschränkungen
Creative Commons Attribution 4.0 International (CC BY 4.0)
Zweck

Post Karte der Oesterreichischen Monarchie : Nach der grossen, Seiner Kais. Kön. Apost. Majestät dem Kaiser Franz dem Ersten von den Verlegern unterthänig...

Sprache
English

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