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Titel
KINDERMANN Inneroesterreich Gesamttitel 1789
Resumee

Der Atlas von Innerösterreich wurde von Joseph Karl Kindermann (1744-1801) ab 1789 angefertigt und stellt nach Johannes Dörflinger zusammen mit dem Atlas Tyrolensis (Peter Anich, Blasius Huber) das bedeutendste regionale Kartenwerk dar, das in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Österreich veröffentlicht wurde. Der aus Ofen stammende Kindermann arbeitete einige Jahre bei der Niederländischen Ostindischen Kompanie in Kapstadt und ließ sich danach in der Steiermark nieder, wo er Bücher und Karten herausgab. Der in Graz tätige Franz Xaver Miller fungierte als Verleger des Atlas. Der Wiener Kupferstecher Christoph Junker (1757-1841) übernahm den Druck. Die Karten entstanden zwischen 1789 und 1797.

Der Atlas besteht aus einer Übersichtskarte (Maßstab ca. 1:730.000) und 11 Kreiskarten (Maßstab: ca. 1:255.000; Graetzer, Marburger, Cillier, Brucker, Judenburger, Klagenfurter, Villacher, Goerzer und Triester, Laybacher, Neustaedtler und Adelsberger Kreis; fünf auf Leinen aufgezogen). Als Ausgangspunkt für die Längenzählung wählte Kindermann Wien. Der Maßstab erscheint auf den Blättern in graphischer Form in Geographischen Meilen und Straßenmeilen. Die Übersichtskarte enthält am Kartenrand Längen- und Breitenangaben in 10’-Schritten (Breitenangaben zusätzlich in Zeittheile), und die Kreiskarten Breitenangaben in 5’-Schritten und Längenangaben in Zeittheile (Minuten und Sekunden). Auch die bereits innerhalb des Kreises durchgeführten Vermessungen sind in einer Tabelle eingetragen, die Kindermann von dem Jesuiten und Astronomen Joseph Liesganig (1719-1799) übernommen hatte.

Die Geländewiedergabe erfolgte bereits in Grundrissmanier. Kindermann wählte dafür die Schraffendarstellung. Umfangreich ist der Zeichenschlüssel ausgefallen. Manche Blätter enthalten über 30 unterschiedliche Signaturen. So sind zum Beispiel neben verschiedenen Straßen, Grenzen und Siedlungstypen auch viele wirtschaftliche Eintragungen vorhanden: Goldbergwerk, Kupferbergwerke, Kupferhammerwerk, Bleybergwerke, Eisenbergwerke, Schwefelfabrik, Eisenhammerwerke Marmorbrüche, Torfbruch, Mineralische Wässer, Poststationen usw. Zudem werden extra Lutherische Bethäuser ausgewiesen. Alle Kreisblätter enthalten einen Text, der über Größe, Einwohner, Religion, Sprache und Wirtschaft informiert. Auch Tabellen sind vorhanden, worin alle Städte, Märkte, Pfarren, Bergwerke und mineralische Wässer aufgelistet werden. Der Atlas von Innerösterreich stellt somit bei seiner Herausgabe sowohl auf topographischem als auch auf thematischem Gebiet die bis dahin detailreichste Darstellung der Steiermark und von Teilen des heutigen Sloweniens dar.

Petra Svatek

Quellen und weiterführende Literatur:

Johannes DÖRFLINGER, Die österreichische Kartographie im 18. und zu Beginn des 19. Jahrhunderts unter besonderer Berücksichtigung der Privatkartographie zwischen 1780 und 1820. Band 1, Österreichische Karten des 18. Jahrhunderts, Wien 1984.

Johannes DÖRFLINGER, Helga HÜHNEL (Hrsg.), Atlantes Austriaci: kommentierter Katalog der österreichischen Atlanten von 1561 bis 1994. Österreichische Atlanten 1561-1918, Wien 1995.

Publication Datum
1. Januar 1789 00:00
Typ
Raster Data
Schlüsselwörter:
18. Jahrhundert Antarktis
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Sammelwerk
Sammelwerk
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Features

Einschränkungen
Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0)
Zweck

Atlas von Innerösterreich

Sprache
English
Zusätzliche Information

Titel:
Atlas von Innerösterreich

Weitere Titel:
[Innerösterreichischer Atlas]

Personen/Institution:
Kindermann, Joseph Karl; 1744-1801 [KartografIn]
Miller, Franz Xaver; 1757-1841 [VerlegerIn]
Junker, Keresztély; [StecherIn]

Verantwortlichkeitsangabe:
[Entworfen Und Gezeichnet Von Joseph Karl Kindermann, Gestochen Zu Wien Von Christoph Junker]

Ort:
Graetz

Verlag/Druck:
Verlegt bey Franz Xaver Miller

Datierung:
1789-1797

Maßstab:
Circa 1:730 000-1:255 000

Umfang:
12 Karten

Format:
45 x 53 cm

Reproduktionsverfahren:
Kupferstich

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